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Ein Papst, der lächelt

Es gibt Begegnungen, die weit über den eigentlichen Moment hinaus wirken.

Die Audienz des Cartellverbandes bei Papst Leo XIV. in Rom, an der ich als Pressesprecher des CV teilnehmen durfte, war für mich eine solche Erfahrung.

Natürlich beeindruckt die Atmosphäre des Vatikans. Natürlich berührt die besondere Situation, dem Oberhaupt der katholischen Kirche aus der Nähe zu begegnen – auch wenn ich nicht zu dem auserlesenen Kreis gehören durfte, der ihm die Hand schütteln oder seinen Ring küssen konnte. Doch das eigentlich Bemerkenswerte war etwas anderes: die Art, wie dieser Papst kommuniziert.

Leo XIV. spricht nicht über Menschen, sondern zu Menschen. Er spricht nicht von Problemen, sondern von Verantwortung, Hoffnung und Möglichkeiten. Und er tut dies mit einer Freundlichkeit und Zugewandtheit, die man ihm unmittelbar abnimmt.

Besonders bewegt hat mich seine Aufforderung, Brücken zu bauen, wo andere Mauern errichten, und sein Hinweis, dass christliches Handeln immer dort beginnt, wo Menschen bereit sind, einander zuzuhören und Verantwortung füreinander zu übernehmen.

Als Politikberater beschäftige ich mich täglich mit Kommunikation. Ich erlebe, wie schnell öffentliche Debatten von Zuspitzung, Empörung und Abgrenzung geprägt werden. Umso beeindruckender war es zu sehen, welche Kraft positive Kommunikation entfalten kann. Wer Menschen nicht belehrt, sondern ermutigt, wer Vertrauen schenkt, statt Misstrauen zu säen, der bewegt Herzen und gewinnt Menschen für eine Idee.

Genau das gelingt diesem Papst.

Sein Lächeln ist dabei mehr als eine freundliche Geste. Es ist Ausdruck einer Haltung: Die Kirche muss nicht aus Angst vor der Zukunft handeln, sondern aus Vertrauen. Nicht Abschottung, sondern Begegnung. Nicht Resignation, sondern Zuversicht.

Nach vielen Jahren, in denen die Kirche vor allem über Krisen gesprochen hat, erlebe ich hier einen Papst, der wieder über Chancen spricht. Einen Papst, der Menschen begeistert, statt sie zu belehren. Einen Papst, der Orientierung gibt, ohne zu verurteilen.

Das macht mir Hoffnung.

Hoffnung darauf, dass die Kirche auch künftig Menschen erreicht. Hoffnung darauf, dass Glaube wieder stärker als Einladung verstanden wird. Und Hoffnung darauf, dass wir lernen, die Kraft positiver Kommunikation wieder stärker zu nutzen – in Kirche, Gesellschaft und Politik.

Denn manchmal beginnt Veränderung mit etwas scheinbar Einfachem:

Mit einem Papst, der lächelt.

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